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Blog / Spiritualität

Was ist ein Kirtan?

Herzensmensch.at Bhakti Yogalehrerin Mantra singen

Hi Herzensmensch,

du hast bestimmt schon mitbekommen, dass ich hier ganz viel vom Mantra Singen und Bhakti Yoga spreche. Und immer wieder fällt dabei auch das Wort „Kirtan“. Deshalb gibt es heute für alle, die noch nicht beim Kirtan waren, einen Blogbeitrag darüber was ein Kirtan eigentlich genau ist.

Woher kommt Kirtan?

Kirtan ist eine Praxis des Bhakti Yoga. In einem vergangenen Beitrag habe ich euch schon mal über den Weg des Bhakti Yoga und die verschiedenen Übungen erklärt. Kirtan ist ein Weg, um Bhakti Yoga in sein Leben zu integrieren – so wie die Asanas beim Raja Yoga. So wie Yoga stammt also auch das Kirtan Singen aus Indien und wird bereits seit Jahrtausenden praktiziert.

Bereits in alten Schriften wurde von Mantras gesprochen, richtig verbreitet hat sich Kirtan aber erst um 1500 durch den Weisen Sri Chaitanya. Er reiste damals durch das ganze Land und sang das Maha Mantra „Hare Krishna, Hare Krishna, Krishna Krishna Hare Hare, Hare Ram, Hare Ram, Ram Ram, Hare Hare“ auf Indiens Straßen. Deshalb wird er heute auch oft als der Vater des Kirtans gesehen, denn er hat den Stein ins Rollen gebracht. Er hat über alle Kasten hinweg Menschen mit den unterschiedlichsten Hintergründen durch das Mantra Singen zusammengebracht und ihnen eine Möglichkeit gegeben, sich mit Gott zu verbinden. Für die damalige Zeit war das ein sehr rebellischer Akt! Es mag Mantras schon davor gegeben haben, Sri Chaitanya hat den Menschen aber regelrecht eine ekstatische Show auf den Straßen geliefert und es geschafft sie durch Kirtan in tiefere Bewusstseinszustände zu führen. Diese Praktiken waren damals nur für Gelehrte, er hat sie plötzlich aber der ganzen Gesellschaft zugänglich gemacht.

Was wird dabei gemacht?

Du hast es jetzt schon gelesen: Kirtan ist Mantra Singen. Es wird auch das Wiederholen von Gottes Namen oder Lobpreisung Gotts genannt. Persönlich habe ich nicht die besten Assoziationen mit Gott, deshalb möchte ich dich hier dazu einladen, deine eigene Definition, dein eigenes Wort für eine Energie, etwas das viel größer ist als du, zu finden. Genau dieser Energie widmen sich die Mantras. Du kannst Kirtan auch als Lobgesang auf eine göttliche Energie nennen. Das Wort „Kirtan“ kommt aus dem Sanskrit und bedeutet so viel wie „durchschneiden“. Es soll den Gedanken von Trennung wortwörtlich durchschneiden und uns wieder in die Einheit bringen – so wie das Wort „yoga“ eben auch vereinen heißt.

Im Westen üben wir Kirtan meistens indem wir gemeinsam Mantras Singen. Der Kirtan-Leiter stimmt ein Mantra an, und danach wird es über einen längeren Zeitraum gemeinsam wiederholt. Im Gegensatz zum Chanten, dem reinen Rezitieren eines Mantras, haben wir beim Kirtan auch eine Melodie dazu. Auch Kirtan Bands sind keine Seltenheit, dabei werden die Mantras dann auf Instrumenten begleitet. Gitarre, Ukulele, Trommeln und ganz beliebt das Harmonium, auf dem auch ich meine Mantras begleite. Neben dem gemeinsamen Singen beim Kirtan gibt es auch die Call & Response Variante, bei der der Kirtan-Leiter, auch Kirtan Wallah oder Kirtaniya genannt, das Mantra vorsingt und die Gruppe darauf antwortet, also nachsingt und nicht gemeinsam gesungen wird.

Bhakti Kirtan Yoga Community
(C) Foto: Wari Ananda www.wari.cat

Wir wirkt das Singen der Mantras?

Unsere ganze Welt besteht aus Klang, das Universum vibriert und wir vibrieren darin. Nichts manifestiertes hat keinen Klang. So sagt auch die Hatha Yoga Pradipika: Wenn man Gott erreicht, wird man Klang finden (Vers 4.100). Das gemeinsame Singen produziert Klänge und bringt die Gruppe zusammen. Studien bestätigen bereits die wohltuende und verbindende Wirkung des Singens in einer Gruppe, kombiniert mit einem kraftvollen Mantra entfaltet sich diese Wirkung nochmal mehr beim Kirtan. Kirtan lebt davon, dass wir es gemeinsam praktizieren.

Du kannst eine Mantra Praxis haben und zuhause alleine chanten, Kirtan wird aber immer gemeinsam gemacht – das liebe ich auch so sehr daran. Es geht beim Kirtan Singen auch nicht darum, ob du gut singen kannst. Es geht darum, dass du die Vibration des Mantras spürst, in Verbindung mit dir selbst und deinen Emotionen kommst und aus dieser tiefen Verbindung bhav, tiefe Hingabe zum Göttlichen, entwickelst.

Mantra Singen im Bhakti Yoga

Mantras sind so kraftvoll, weil sie aus dem dem Sanskrit stammen, der ältesten menschlichen Sprache. Sie wird auch die Sprache der Götter genannt und wird aus Ur-Lauten gebildet. Diese Ur-Laute haben eine bestimmte Schwingung, setzen wir sie auf positive Art und Weise zusammen, entsteht ein Mantra. So hat auch jedes Mantra einen bestimmten Fokus und hilft uns dabei uns selbst auf eine andere Frequenz zu heben.

Erst durch die häufige Wiederholung entfaltet sich die volle Wirkung des Mantras. Jedes Mantra hat eine bestimmte Schwingung, du kannst dir vorstellen, dass ähnlich wie bei einer Gitarren-Saite, wenn wir einmal zupfen auch schon eine Schwingung entsteht. Spielen wir aber über einen längeren Zeitraum an dieser Saite entfaltet sich die Vibration komplett. Diese Vibration verteilt sich beim Rezitieren in unserem ganzen Körper.

”Mantras are passwords that transform the mundane into the sacred.”

Deva Premal

Sanskrit benennt im Gegensatz zu unserer Sprache keine Gegenstände, sondern das Wort an sich ist der Gegenstand. „Ananda“ bedeutet Glückseligkeit, „ananda“ beschreibt dies aber nicht, sondern lässt es uns spüren. Sprich „ananda“ mal aus und achte ganz genau auf die Vibration und den Klang des Wortes. Das ist die Kraft des Sanskrit. Wiederholen wir „Ananda“ ganz oft, so entsteht dieser Klang in unserem Körper.

Beim Kirtan kann es sein, dass wir anfangs vielleicht irritiert sind von unserer eigenen Stimme, oder wir zerbrechen uns zu sehr den Kopf über den Text, also die verschiedenen Worte und Strophen des Mantras. Können wir aber loslassen, uns voll und ganz dem Moment hingeben, kommen wir auf einen höheren Bewusstseinszustand. Viele empfinden beim Kirtan einen Zustand der Ekstase, irgendwann klingt die Stimme der Gruppe wie eine einzige Stimme – es entsteht absolute Harmonie und Einheit.

Was ich an Kirtan Singen so besonders liebe

Das Gefühl beim Kirtan Singen ist für mich wie kein anderes. Die Energie, die im Raum entsteht, ist unbeschreiblich. Für mich verschwindet dabei das Gefühl von “ich” oder “du” und ich stelle fest, dass alles im Fluss ist. Das ich ein Teil der Natur bin. Kirtan gibt mir tiefes Vertrauen ins Leben, und dass alles so wie es geschieht, richtig für mich ist.  Es nährt mein Herz und meine Seele und ist wahre Medizin. Mantra und Kirtan sind für mich ein wichtiger Teil des Yogas und mit anderen Menschen zusammenzukommen, um zu Singen, hat mir eine neue tiefe in der Yogapraxis und in meinem Leben gebracht, die ich unbedingt anderen weitergeben möchte.

Möchtest du noch mehr über Bhakti Yoga und Kirtan erfahren? Dann schau doch mal in das Interview mit mir vom Mind Tribe Podcast!

Wenn du jetzt auch mit Mantra Singen loslegen möchtest, findest du viele schöne Mantras zum Beispiel bei Deva Premal und Krishna Das. Viele andere habe ich auch hier in meiner Spotify Playlist gespeichert. Und wenn du selbst in die Welt der Mantras eintauchen möchtest, freue ich mich dich bei einem meiner Bhakti Kirtans zu begrüßen.

Deine,

Schriftzug_Anna_herzensmensch
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Yogalehrerin Anna Oberleitner schreibt auf ihrem Blog www.herzensmensch.at über Yoga, Achtsamkeit, Nachhaltigkeit und bewusstes Leben. Sie inspiriert dich mit Tipps und Impulsen auch dein Leben bewusster zu gestalten.

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