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Kitchari: Die ayurvedische Variante des Fastens

ayurvedisches Kitchari Fasten Detox

Kitchari ist eines der bekanntesten ayurvedischen Gerichte. Ayurveda ist eine Jahrtausende alte Heilkunde aus Indien, die den Menschen als Ganzes betrachtet. Das Wort „Ayurveda“ stammt aus dem Sanskrit und bedeutet so viel wie Wissenschaft vom Leben. Ayurveda dreht sich aber nicht nur um Ernährung, sondern ist ein kompletter Lifestyle mit dem auch Yoga eng verwoben ist.

In diesem Beitrag erfährst du, was Kitchari so besonders macht und warum die Ernährung und insbesondere der Darm eine so große Rolle im Ayurveda spielen. Ich teile mit dir die richtigen Gewürze für jedes Dosha und wann ein geeigneter Zeitpunkt fürs Kitchari-Fasten ist.

Kitchari, definitiv kein normales Reis-Gemüse-Gericht

Angeblich ist Kitchari bereits so alt wie Ayurveda selbst, das Rezept wird wohl schon seit mehr als 5000 Jahren überliefert. Das Reis-Gemüse-Gericht ist sowohl zum Detoxen sehr beliebt als auch im Alltag als wohlbekömmliche Mahlzeit. Das liegt daran, dass Kitchari ist als tridosha Gericht bekannt ist, also ausgleichend auf alle drei Doshas wirkt. Die Doshas sind die drei Grundenergien, die jeder Mensch in sich trägt, und denen wir auch unsere Lebensmittel zuordnen können. Um im Gleichgewicht zu bleiben achtet man im Ayurveda auf eine Balance dieser drei Energien – Vata, Pitta und Kapha.

Angeblich haben bereits die Yogis in der Antike mit Kitchari entgiftet und ihren Darm entlastet. Im Gegensatz zu kurzfristigen Diäten oder Fastenkuren setzt Ayurveda auf eine langfristige Umstellung deiner Ernährung mit regelmäßigen saisonalen Kuren, die dich beim Übergang zwischen den Jahreszeiten unterstützen. Das liegt daran, dass sich beim Jahreszeitenwechsel auch die Grundenergie, also das Dosha verändert und auch unser Organismus größeren Veränderungen ausgesetzt ist.

Darmgesundheit im Ayurveda

Der Darm spielt eine zentrale Rolle im Ayurveda. Ayurvedis leben oft nach dem Leitsatz „Du bist, was du verdaust“. Deshalb ist eine gut funktionierende Verdauung die Grundlage für einen gesunden Menschen. Aber nicht nur Ayurveda hat die wichtige Rolle unseres Darms erkannt, auch die Schulmedizin forscht in den letzten Jahren intensiv zu Darmgesundheit und hat erkannt, dass diese weit mehr beeinflusst als nur unsere Verdauung. Umso besser wir verdauen, umso besser werden Nährstoffe aufgenommen und unser Körper kann sich natürlich in seinem Gleichgewicht halten und wir bleiben gesund und fühlen uns gut und lebendig.

Gelüste, Blähungen, Gewichtszunahme, Akne, Übersäuerung, Verstimmungen, Müdigkeit und andere Beschwerden unserer modernen Gesellschaft werden im Ayurveda zu einem Großteil der falschen Ernährung bzw. Nährstoffaufnahme zugeschrieben. Wir essen nicht zu wenig, aber zu wenig vom Richtigen bzw. ohne die Lebensmittel richtig verdauen zu können. Wenn Lebensmittel nicht richtig verdaut werden, erzeugen sie Ama, sogenannte Schlacken im Körper. Diese Schlacken verbleiben im Körper und zeigen sich durch Hautprobleme oder Fettpölsterchen.

Warum Kitchari sich gut für eine Detox-Kur eignet

Kitchari wird traditionell aus Mung-Bohnen und Reis mit Ghee und indischen Gewürzen zubereitet. Heutzutage gibt es aber auch vegane Varianten davon, die ohne Ghee dafür mit Kokosöl zubereitet werden. Wichtig ist dabei zu schauen, was das Ziel deines Kitchari-Detox ist. In manchen Phasen will man den Körper eher unterstützen und aufbauen, erhöht also den Reis-Anteil und daraus wird ein besonders nährender Kitchari. Andererseits gibt es auch Zeiten, in denen der Mung-Bohnen-Anteil höher sein sollte, um den Körper leicht zu halten.

Wenn du dich über mehrere Tage lang von Kitchari ernährst, gibst du deinem Verdauungssystem Zeit sich selbst zu regenerieren. Kein Gluten, kein Zucker, keine Milchprodukte, kein Koffein. Endlich kann sich der Darm komplett auf die körpereigene Entgiftung konzentrieren. Dadurch, dass Kitchari wohlbekömmlich und leicht verdaulich ist, spart unser Körper viel Energie.

Das Besondere am ayurvedischen Detoxen ist, dass Kitchari immer einen stärkenden und gleichzeitig reinigenden Effekt auf den Körper hat. Kitchari wird warm serviert, was unser Verdauungsfeuer – im Ayurveda Agni genannt – unterstützt. Wir geben unserem Körper damit ein nährendes, gut verdauliches Gericht, das dank seiner wärmenden Qualitäten die Verdauung stärkt. Diese Kombination macht Kitchari reinigend und stärkend zugleich und unterstützt damit die natürliche Entgiftung.

Mung Bohnen, die eigentlich keine Bohnen sind

Falls du Mung Bohnen noch nicht kennst, wirst du sie ab jetzt lieben lernen. 😉 Ich selbst gehöre auf jeden Fall zu den Menschen, die die meisten Hülsenfrüchte nur sehr schwer verdauen können. Mung Bohnen sind aber die am besten verdaulichen „Bohnen“.  Bohnen unter Anführungszeichen, weil sie eigentlich keine Bohnen sind, auch keine Linsen, sondern eben eine Hülsenfrucht.

In Indien stehen sie eigentlich regelmäßig an der Tagesordnung, bei uns sind sie aber weitestgehend noch recht unbekannt. Mung Bohnen können gekeimt, geschält und gespalten zubereitet werden. Weil sie eigentlich keine Bohnen sind, können sie gut verdaut werden und sind eine gute pflanzliche Proteinquelle. Sie wirken basisch und erzeugen keine Säuren im Körper. Durch den hohen Proteinanteil sind sie ein wichtiger Baustoff für unseren Körper und genau das Richtige für eine Detox-Kur. Denn unser Körper braucht weiterhin Nährstoffe!

Kitchari Fasten mit ayurvedischen Gewürzen
Ayurvedische Gewürze: Kreuzkümmel, Nelken, Kardamom

Ayurveda: Niemals ohne die richtigen Gewürze

Kitchari ist kein Kitchari ohne die richtigen Gewürze! Auch die Gewürze spielen eine wichtige Rolle im Ayurveda, da sie die Qualitäten einer Mahlzeit verändern können und so positiven Einfluss auf die Balance unserer drei Doshas nehmen können. Auch beim Kitchari variieren die Gewürze je nach Jahreszeit und Dosha. Unten findest du eine Übersicht über Gewürze für alle drei Doshas.

Vata-senkende Gewürze

  • Ajwain (Königskümmel)
  • Asafoetida
  • Kreuzkümmel
  • Schwarzkümmel
  • Bockshornkleesaat
  • Nelken
  • Kardamom

Pitta-senkende Gewürze

  • Koriander
  • Fenchel
  • Kreuzkümmel
  • Keine scharfen Gewürze wie Cayenne Pfeffer oder Chili

Kapha-senkende Gewürze

  • Kurkuma
  • Ingwer
  • Kreuzkümmel
  • Asafoetida
  • Lorbeerblätter
  • Knoblauch
  • Petersilie
  • Zimt

Zutaten für Kitchari

Nun geht’s ans Einkaufen! Hier findest du eine Zutatenliste für einen Standard-Kitchari, den du nach deinen Bedürfnissen und Vorlieben mit den Gewürzen von oben verfeinerst:

Kitchari Fasten Kochen Zubereitung

  • 1 Tasse Reis
  • ½ Tasse Mung Bohnen
  • 3 Tassen Wasser
  • 2 TL Öl (Ghee, Kokosöl, Sesamöl)
  • 1 kleine rote Zwiebel kleingeschnitten
  • 2 Messerspitzen Fenchelsamen
  • 1 Messerspitze Senfkörner
  • 2 Messerspitzen Kurkuma
  • 1 Messerspitze Kumin
  • 1 Messerspitze Meersalz
  • Nach deiner Wahl: Spinat, Karotten, Paprika, Broccoli
  • Petersilie oder Koriander und Zitrone als Deko

Die Zubereitung von Kitchari

Jetzt geht’s ans Eingemachte: die Zubereitung! Beachte, dass Ayurveda großen Wert auf frisch gekochtes Essen legt. Deshalb solltest du deinen Kitchari zumindest jeden zweiten Tag neu kochen, am besten täglich frisch. Die Lebensenergie in Lebensmitteln geht besser auf uns über, umso frischer das Essen zubereitet ist.

  • Lass die Mung Bohnen mindestens 6 Stunden, am besten über Nacht in Wasser einweichen
  • Dann wasche die Mung Bohnen und den Reis
  • Erhitze die Senfkörner in einer großen Pfanne
  • Sobald die Senfkörner knistern, gib Zwiebel und Öl dazu und brate die Zwiebeln glasig
  • Gib Wasser, Reis, Mung Bohnen und Gewürze in die Pfanne
  • Lass alles einmal aufkochen und dreh danach die Flamme auf mittlere Stufe und lass alles für weitere 30-40 Minuten köcheln
  • Dann füg das Gemüse hinzu und lass es noch für ein paar Minuten mit kochen
  • Serviere deinen Kitchari in einer Schüssel mit frischer Petersilie oder Koriander und einem Spritzer Zitrone

Ablauf einer Kitchari-Kur:

  • Die Dauer bestimmst du selbst, beliebt sind 3, 5 oder 7 Tage
  • Die Kitchari-Kur ist eine Mono-Diät, das heißt du isst NUR Kitchari
  • Morgens, Mittags Abends, der Kitchari wird nicht langweilig, du kannst ihn mit unterschiedlichen Gewürzen und Gemüsesorten zubereiten
  • Zwischenmahlzeiten sollten vermieden werden, im Ayurveda ist es wichtig dem Darm genügend Zeit zum Verdauen zu geben, heißt keine Snacks, die deinen Stoffwechsel stören
  • Wenn du doch snackst, versuch auf rohes Obst oder Gemüse zu verzichten – dies ist besonders schwer verdaulich
  • Um die Entgiftung zu unterstützen versuche Salz, Zucker, Kaffee und Alkohol zu vermeiden
  • Keep in mind: Die Kitchari-Kur ist nicht als Diät gedacht, sondern als Entlastungskur für deinen Organismus

Wann ist ein guter Zeitpunkt für eine Kitchari-Kur?

An und für sich kann man Kitchari ja immer essen, mir schmeckt es auch so sehr gut. Aber zum Kitchari-Fasten gibt es ein paar Zeiten die sich besonders gut eignen, so zum Beispiel die Jahreszeitenwechsel. Im Frühling und Herbst ist ein guter Zeitpunkt, um die allgemeine Immunabwehr zu stärken und den Körper mit einer Kitchari-Kur auf die neue Jahreszeit vorzubereiten.

Für Frauen kann es auch hilfreich sein, während der Menstruation eine Kitchari-Kur einzulegen. Während der Periode ist die Verdauung geschwächt und viele von uns fühlen sich eher schlapp. Kitchari kann dabei helfen Verdauungs-Energie einzusparen und wirkt durch die richtigen Gewürze auch ausgleichend auf Ungleichgewicht im System. Reines Fasten wäre während dieser besonderen Zeit viel zu extrem und würde unser Immunsystem zusätzlich schwächen, eine Kitchari-Kur hingegen stärkt dich und schenkt dir Energie.

Und natürlich bietet sich die Kitchari-Kur auch immer dann an, wenn du ein Ungleichgewicht in deinem Körper wahrnimmst. Das könnte sich zum Beispiel durch schlechte Verdauung zeigen.

Mein Fazit nach drei Tage Kitchari-Kur:

Ich habe mich drei Tage komplett von Kitchari ernährt und fand es super easy. Ich war nie hungrig und habe mich immer auf meine Mahlzeit gefreut. Das Kitchari hat mir immer ein wohlig-warmes Gefühl im Bauch gegeben und mich zufrieden gemacht – deshalb ist es mir auch gar nicht schwer gefallen Snacks und Süßes wegzulassen. Bei einem reinen Wasser- oder Saftfasten wäre mir das definitiv schwerer gefallen. Ich habe in den drei Tagen auch auf Zucker, Salz und Kaffee verzichtet. Meine Verdauung hat sich tatsächlich in der kurzen Zeit erholt und einen sehr gleichmäßigen Rhythmus gefunden (ebenfalls ein Aspekt, der im Ayurveda betrachtet wird). Ich habe mich an den Tagen gesättigt und trotzdem leicht gefühlt – der Reis ist mir also nie schwer im Magen gelegen. Tatsächlich hab ich mir sogar an einigen Tagen jetzt nach der Kur morgens ein wärmendes Reis-Gericht zubereitet. 😉 Für mich also wirklich ein Erfolg, und es lässt sich auch super in den normalen Alltag einbauen. Ich werde es also bestimmt regelmäßig wiederholen!

Hast du noch Fragen zum Kitchari-Fasten oder zur Zubereitung von Kitchari? Hinterlass mir gerne eine Nachricht auf Instagram.

Ich freu mich über den Austausch mit dir und wünsch dir viel Freude beim Nachkochen und vielleicht auch beim Fasten!

Deine,

Schriftzug_Anna_herzensmensch

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Yogalehrerin Anna Oberleitner schreibt auf ihrem Blog www.herzensmensch.at über Yoga, Achtsamkeit, Nachhaltigkeit und bewusstes Leben. Sie inspiriert dich mit Tipps und Impulsen auch dein Leben bewusster zu gestalten.

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