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Blog / Healthy Living / Herzensthemen

Hiermit kündige ich.

Blick in den Himmel, Gedaken über Kündigung, Veränderung und Selbstständigkeit

Ja, so einen Satz haben die meisten von uns schon einmal gesagt im Leben. Mir persönlich ist er die beiden Male, in denen ich ihn sagen musste, nicht leicht gefallen. Kündigung und damit Veränderung im Beruf bedeutet immer einen Schritt aus der Komfortzone, einen Abschied von Leuten. Manche Kollegen sind enge Freunde geworden und ich treffe sie heute noch, zu anderen habe ich schlichtweg den Kontakt verloren. Aber was mir am meisten Angst gemacht hat, war vermutlich immer die Ungewissheit, was mich in der Zukunft erwartet.

Ende 2018 habe ich genau diesen Sprung gewagt. Gekündigt, und gesagt ich schau mal was kommt. Die Selbstständigkeit war das Ziel, meine eigene Chefin sein der Traum. Das ist jetzt knapp ein Jahr her. Mein Papa sagt immer „selbst und ständig“. Da hat er zwar irgendwie Recht, aber zumindest ist die Zeit- und Ortseinteilung größtenteils mir überlassen. Manche Dinge haben sich bewahrheitet, andere nicht. Ist das Arbeitsleben leichter geworden? Bestimmt nicht. Ich habe immer noch Sorgen, Ärger und Probleme. Sie sind anders, aber nicht einfacher. Aber zumindest bin ich einen Schritt näher an dem Leben, das ich mir wünsche. 

Dieser Schritt hat mich viel Zeit und Kraft gekostet. Oft habe ich mit dem Gedanken gespielt, aber viel zu lange nicht getraut. Die Zeit habe ich gebraucht, um ihn irgendwann zu gehen.

WAS HAT DEN SCHALTER DANN ENDGÜLTIG UMGELEGT?

Abstand, und der Blick von außen waren nötig. Ein zwei-wöchiger Urlaub auf Sardinien. Mit jedem verstrichenen Urlaubstag, ist auch die Rückkehr ins Büro immer näher gerückt. Und in mir die Frage wie ich es doch schaffen könnte, nicht mehr zurückkommen zu müssen. Kein Spaß, in solchen Aus- und Umwegen hat mein Hirn schon gedacht. Zu diesem Zeitpunkt war ich mehrere Male im Jahr krank und habe mental/emotional unter dem Stress gelitten. Rastlosigkeit, Unruhe und Schlafprobleme gehörten für mich meist zum Alltag.  Und ich will gar nicht sagen, dass der Job generell zu stressig war. Dass ich so unter der normalen Auslastung gelitten habe, lag daran, dass ich einen ständigen inneren Konflikt in mir ausgetragen habe. Umso mehr habe ich gespürt wie glücklich, leicht und frei ich war, musste ich mal zwei Wochen nicht ins Büro. Dieser spürbare Unterschied war so groß, dass es nach dieser Einsicht einfach keinen Weg mehr zurück gab.

EIN QUÄNTCHEN MUT WAR NÖTIG, um zu kündigen.

Am ersten Tag zurück im Büro war die Entscheidung eigentlich schon gefallen. Eine Nacht wollte ich aber trotzdem noch drüber schlafen, der Mut ist Gott sei Dank geblieben und am nächsten Tag habe ich gekündigt. Und im Moment der Kündigung ist es mir dann plötzlich ganz leicht gefallen, in den Minuten danach war spürbar weniger Gewicht auf meinen Schultern. Der Druck, der innere Konflikt, endlich ausgetragen und ich stolz auf mich, diesen Schritt getan zu haben.  Ich glaube, einmal ins Blaue rein kündigen schadet niemandem – zumindest nicht, wenn man unglücklich ist und bereits versucht hat, die Situation zu verändern/verbessern. Es ist verwunderlich, was sich für neue Türen öffnen, wenn man alte mal abschließt. Danach heißt es: Vertrauen und weitermachen. Das ist auch jetzt in der Selbstständigkeit etwas, das ich mir oft und regelmäßig sagen muss (oder sagen lassen muss – dafür hat man dann seinen engsten Kreis).

Das Schicksal meint es immer gut mit uns, aber wir müssen auch nach unseren Wünschen und Bedürfnissen handeln. Für meinen Wunsch nach mehr Freiheit und Flexibilität war es nötig zu kündigen. Und auch wenn nicht alles perfekt ist, so fühle ich mich deutlich zufriedener und näher an einem Arbeitsleben, wie ich es mir vorgestellt habe. Ich spüre wieder mehr Motivation und Freude am Arbeiten, ich freue mich noch auf alles was kommt, auch wenn ich weiß, dass Herausforderungen und schwierige Phasen dabei sein werden. Tage an denen ich ausgelaugt bin gibt es immer noch, aber trotzdem habe ich eine gute Balance gefunden. Das soll definitiv nicht heißen, dass jeder kündigen und selbstständig werden soll. Aber es ist wichtig zu hinterfragen, was man sich von seinem (Arbeits-)Leben erwartet, und dann auch danach handelt und diese Wünsche kommuniziert. Vielleicht gibt es eine Seite an dir, die du beruflich noch nicht auslebst. Auch in deinem aktuellen Job gibt es wahrscheinlich eine Möglichkeit, wie du sie mehr einbringen kannst. Unser Umfeld kann auch nur entsprechend reagieren, wenn wir selbst den ersten Schritt gehen.

Du entscheidest, ob du losgehst.

Deine,

Herzensmensch Unterschrift Anna

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